REVISITED IN MUNICH

September 10, 2012 13:20

Annegretsoltau 7622

R E V I S I T E D
Galerie Christa Burger
, Theresienstr. 19, 80333 München
Eröffnung: 12. September 2012, 18 – 22 Uhr, Dauer: 13.9. – 31.10.2012
Fotografie und Installation von Tina Bara, Alba D’Urbano,
Katharina Mayer, Irene Naef, Lisl Ponger und Annegret Soltau

OPEN ART: 14.-16.9.2012, geöffnet Fr 14.9.,18 – 21 Uhr, Sa+So, 15./16.9., 11- 18 Uhr

Verstärkt nehmen weibliche Künstler in ihren Arbeiten Rekurs auf die Kunstgeschichte, in der Frauen über viele Jahrhunderte vorwiegend als Modell oder als Abgebildete in den Kunstwerken von männlichen Künstlern vorkamen, nicht aber als aktiv kreativ arbeitende Individuen wahrgenommen wurden. Wurde Künstlerinnen teilweise jegliches eigenständiges künstlerisches Talent abgesprochen, wie z.B. durch Schopenhauer, so waren der fehlende Zugang zu Kunstakademien bis ins 20. Jahrhundert und die mangelnde Rezeption ihrer Arbeiten in der Kunstgeschichte eine Behinderung bis in die heutige Zeit. Sechs Fotokünstlerinnen setzen sich in der aktuellen Ausstellung in unterschiedlicher Weise diskursiv mit der Kunstgeschichte auseinander.
Annegret Soltau, eine seit den 70er Jahren bekannte Künstlerin zum Thema “körperliche Pro-zesse” nutzt ihren eigenen Körper als eine Art Rohmaterial für ihre Arbeit. Ab Mitte der 70er Jahre entwickelte sie zudem Fotoübernähungen und Fotovernähungen. 1985 bat das Modell Christel Burmeister, selbst auch Künstlerin, Annegret Soltau um eine Zusammenarbeit als Modell. Da Annegret Soltau stets auch ihr eigenes Modell ist, beschloss sie, dass beide sich in dieser Arbeit als Modell einbringen würden. In einer (nicht öffentichen) Performance entstand ein Austausch zwischen Künstlerin und Modell (beide brachten Gegenstände mit, die ihnen wichtig waren wie Metronom, Horn, Koffer, Sichel und Sense). Künstlerin und Modell begriffen sich als gleichwertig und vermischten sich so zu einer Einheit im Bild, ganz im Gegenteil zur tradierten Sicht auf den “männlichen” Künstler und sein “Modell”, wobei der Künstler als “Genie” fungierte, das Modell lediglich ein Objekt der Arbeit darstellte.